Hey, SPIEGEL, Du buntes Unterhaltungsblättchen. Da habt Ihr Euch ja wieder einen gleistet, mit Eurem Artikel “Beta-Blogger”. Ihr habt den unpolitischen, rechthaberischen, selbstbezogenen und vor allen Dingen unprofessionellen Blöd-Bloggern einen riesigen Gefallen getan. Ihr habt ihnen geradezu in Oberlehrer-Manier gezeigt, wie man einen schlechten Papier-Presse-Artikel schreibt (der dann noch ins Netz gestellt wurde – macht ja nichts). Will man also einen guten Artikel schreiben, muss man nur all die Fehler nicht machen, die Ihr gemacht habt. Und außerdem haben die von Euch erwähnten Blogs durch Euren Artikel einen tollen Besucheransturm erlebt.
Sagt mal, kennt Ihr eigentlich das Wort “Recherche”? Habt Ihr recherchiert, um eure Behauptung “Deutsche Online-Schreiber haben ein Problem entdeckt: sich selbst” belegen zu können? Da schreibt Ihr, den Online-Schreibern fehle es im Vergleich zu den US-Kollegen an Macht und Bedeutung”. Kann ich gar nicht beurteilen, ich hab da ja nicht recherchiert. Und was für Macht und Bedeutung haben eigentlich “die amerikanischen ´Kollegen´”? Und gleich die nächste Frage: Brauchen deutsche Blogger so was? Brauchen sie Beziehungen zur “Macht”, um beim nächsten Auslandstreffen von Merkel oder Steini mitfliegen zu dürfen und abgedroschene Phrasen auf abgedroschene Fragen als Interview verkaufen zu können? Brauchen sie Bedeutung? Wozu?
Sagt mal, kennt Ihr eigentlich das Wort “Recherche”? Habt Ihr recherchiert, um eure Behauptung “Deutsche Online-Schreiber haben ein Problem entdeckt: sich selbst” belegen zu können? Da schreibt Ihr, den Online-Schreibern fehle es im Vergleich zu den US-Kollegen an Macht und Bedeutung”. Kann ich gar nicht beurteilen, ich hab da ja nicht recherchiert. Und was für Macht und Bedeutung haben eigentlich “die amerikanischen ´Kollegen´”? Und gleich die nächste Frage: Brauchen deutsche Blogger so was? Brauchen sie Beziehungen zur “Macht”, um beim nächsten Auslandstreffen von Merkel oder Steini mitfliegen zu dürfen und abgedroschene Phrasen auf abgedroschene Fragen als Interview verkaufen zu können? Brauchen sie Bedeutung? Wozu?
Sie haben keine Abonnenten und keine Anzeigekunden, sie müssen auf niemanden falsche Rücksicht nehmen und sie sind nicht gezwungen, irgendeinem Chefredakteur in den Arsch zu kriechen. Sie müssen ihre Artikel nicht vorzeigen und sie von 230 auf 55 Zeilen kürzen. Sie können ohne Weiteres einen Rechtschreib- und Grammatikfehler nach dem anderen bauen und Sätze mit soviel Wörtern und Satzverschachtelungen entwickeln, dass dem Leser schwindelig wird. Euer Artikel “Die Beta-Blogger” hört sich an, als hättet ihr endgültig die Schnauze voll davon, solche Freiheiten nicht zu haben. Die Beta-Blogger können Euren Frust nachvollziehen. Schließlich müsst ihr ja weiter machen, ob ihr wollt oder nicht, denn Ihr verdient Euer Geld mit Euerem doofen Gesülze. Fairerweise werden die Beta-Blogger sagen, sie verallgemeinern nicht so strak, wir Ihr das macht, denn auch unter Euch gibt es gute Journalisten. Aber denen, die “Beta-Blogger” getextet haben, sollte man noch vor Beendigung ihres Praktikums nahelegen, sich als Werbetexter bei einem Backstein-Hersteller zu bewerben.
Die Blogger müssen übrigens keine “öffentliche Debatte” haben, sie sind eine. Und ja, es stimmt sogar, dass es einige unpolitische Blogs gibt, wobei ich nicht so genau weiß, wann nun “politisch” oder “unpolitisch” ist. Aber wenn ihr die Blogger als “rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell” bezeichnet, dann kann man höchstens “rechthaberisch” gelten lassen, denn “selbstbezogen” sind sie gar nicht. Nur diese Behauptung ist unprofessionell – aber von Euch. Unprofessionell dürfen sie übrigens sein – im Gegensatz zu Euch. Denn einige Eurer Leser erwarten etwas mehr für die paar Euro, die Euere Illustrierte kostet. Blog-Leser kriegen alles für lau. Die Blogger können auch verstehen, das die “Hegemonie der traditionellen Medien” (Mercedes Bunz) durch Blogs ins Wanken geraten kann und Blogs trotzdem überschätzt werden und beides mit dem anderen nicht zu tun hat. Ich glaube, Ihr etablierten Papier-Heinis habt Angst um Euren Arsch, denn auf “Spiegel”, “Stern” und vor allem “Focus” und wie Ihr alle heißt, kann jeder verzichten. Es reichen doch Tagesschau und Internetanschluss, um mit Nachrichten versorgt zu werden, sich eine Meinung zu bilden und mit “Beta-Bloggern” zu diskutieren. Das schöne am Bloggen ist nämlich, dass auf einen Beitrag durchaus zwei Dutzend Meinungen kommen können. Diese können dann auch von allen Lesern gesehen und kommentiert werden. Was bei Euch an Leserbriefen eingeht (gehen eigentlich überhaupt welche ein?), könnt nur Ihr Lesen, außer den zwei, drei wahrscheinlich gekürzten und von Euch ausgewählten Exemplaren, die ihr dann ausdruckt. Euere Auflagen sinken und Blogger empfinden es als ein Riesenkompliment, wenn Ihr ihnen daran indirekt die Schuld gebt. Wieso schreibt ihr eigentlich über die “Beta-Blogger”, wo sie doch “ohne große Bedeutung” sind?
Es mag vielleicht sein, dass die USA-Blogger “am Alleinvertretungsanspruch der Medien” kratzen. Dagegen habt Ihr ihn hier in Deutschland längst verloren. Auf den “Spiegel” kann man übrigens verzichten, auch auf “Stern” und vor allem auf “Focus” und (sorry, Herr Niggemeier) “Bild”. Niemals verzichten möchten wir auf die “Nachdenkseiten” und den “Spiegelfechter”, die Blogs, die Sie ja erwähnen. Ebenso wenig möchten wir auf die anderen guten Blogs verzichten. Und der Vorteil ist, man macht andere Blogs auf seinem eigenen auch noch bekannt. Völlig kostenlos. Beta-Blogger sind eben unabhängig. Die “Beta-Blogger” sind übrigens tierisch froh, dass es in Deutschland keinen Blog wie “Wonkette” gibt – zumindest keinen, der dabei auch noch so richtig erfolgreich wäre. Denn derartigen Mist gibt es bei uns schon. Im Print-Format. Sie haben keine Abonnenten und keine Anzeigekunden, sie müssen auf niemanden falsche Rücksicht nehmen und sie sind nicht gezwungen, irgendeinem Chefredakteur in den Arsch zu kriechen. Sie müssen ihre Artikel nicht vorzeigen und sie von 230 auf 55 Zeilen kürzen. Sie können ohne Weiteres einen Rechtschreib- und Grammatikfehler nach dem anderen bauen und Sätze mit soviel Wörtern und Satzverschachtelungen entwickeln, dass dem Leser schwindelig wird.
Euer Artikel “Die Beta-Blogger” hört sich an, als hättet ihr endgültig die Schnauze voll davon, solche Freiheiten nicht zu haben. Die Beta-Blogger können Euren Frust nachvollziehen. Schließlich müsst ihr ja weiter machen, ob ihr wollt oder nicht, denn Ihr verdient Euer Geld mit Euerem doofen Gesülze. Fairerweise werden die Beta-Blogger sagen, sie verallgemeinern nicht so strak, wir Ihr das macht, denn auch unter Euch gibt es gute Journalisten. Aber denen, die “Beta-Blogger” getextet haben, sollte man noch vor Beendigung ihres Praktikums nahelegen, sich als Werbetexter bei einem Backstein-Hersteller zu bewerben.
Die Blogger müssen übrigens keine “öffentliche Debatte” haben, sie sind eine. Und ja, es stimmt sogar, dass es einige unpolitische Blogs gibt, wobei ich nicht so genau weiß, wann nun “politisch” oder “unpolitisch” ist. Aber wenn ihr die Blogger als “rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell” bezeichnet, dann kann man höchstens “rechthaberisch” gelten lassen, denn “selbstbezogen” sind sie gar nicht. Nur diese Behauptung ist unprofessionell – aber von Euch. Unprofessionell dürfen sie übrigens sein – im Gegensatz zu Euch. Denn einige Eurer Leser erwarten etwas mehr für die paar Euro, die Euere Illustrierte kostet. Blog-Leser kriegen alles für lau. Die Blogger können auch verstehen, das die “Hegemonie der traditionellen Medien” (Mercedes Bunz) durch Blogs ins Wanken geraten kann und Blogs trotzdem überschätzt werden und beides mit dem anderen nicht zu tun hat.
Ich glaube, Ihr etablierten Papier-Heinis habt Angst um Euren Arsch, denn auf “Spiegel”, “Stern” und vor allem “Focus” und wie Ihr alle heißt, kann jeder verzichten. Es reichen doch Tagesschau und Internetanschluss, um mit Nachrichten versorgt zu werden, sich eine Meinung zu bilden und mit “Beta-Bloggern” zu diskutieren. Das schöne am Bloggen ist nämlich, dass auf einen Beitrag durchaus zwei Dutzend Meinungen kommen können. Diese können dann auch von allen Lesern gesehen und kommentiert werden. Was bei Euch an Leserbriefen eingeht (gehen eigentlich überhaupt welche ein?), könnt nur Ihr Lesen, außer den zwei, drei wahrscheinlich gekürzten und von Euch ausgewählten Exemplaren, die ihr dann ausdruckt. Euere Auflagen sinken und Blogger empfinden es als ein Riesenkompliment, wenn Ihr ihnen daran indirekt die Schuld gebt. Wieso schreibt ihr eigentlich über die “Beta-Blogger”, wo sie doch “ohne große Bedeutung” sind?
Es mag vielleicht sein, dass die USA-Blogger “am Alleinvertretungsanspruch der Medien” kratzen. Dagegen habt Ihr ihn hier in Deutschland längst verloren. Auf den “Spiegel” kann man übrigens verzichten, auch auf “Stern” und vor allem auf “Focus” und (sorry, Herr Niggemeier) “Bild”. Niemals verzichten möchten wir auf die “Nachdenkseiten” und den “Spiegelfechter”, die Blogs, die Sie ja erwähnen. Ebenso wenig möchten wir auf die anderen guten Blogs verzichten. Und der Vorteil ist, man macht andere Blogs auf seinem eigenen auch noch bekannt. Völlig kostenlos. Beta-Blogger sind eben unabhängig.
Die “Beta-Blogger” sind übrigens tierisch froh, dass es in Deutschland keinen Blog wie “Wonkette” gibt – zumindest keinen, der dabei auch noch so richtig erfolgreich wäre. Denn derartigen Mist gibt es bei uns schon. Im Print-Format.