wirklichgutes.de

Einzig seriöses, elektronisches Magazin zur Verbreitung von Nachrichten, Meinungen und Unverzichtbarem (EMVNMU), dem 50 Wörter-Krimi und (Vorsicht!) Satire.
Subscribe

Archive for the ‘Internet’

Laufen ebay die Verkäufer davon?

November 24, 2009 By: Michel Category: Internet

Für die Verkäufer bei ebay gibt es schon seit langem nichts mehr zu lachen. Dabei sollte das Bewertungssystem, in dem sich Käufer und Verkäufer für die durchgeführte Transaktion gegenseitig bewerten können, Aufschluss über diese ebay-Kunden geben.

Dieses Bewertungssystem ist schon lange ein Ärgernis, insbesondere für die Verkäufer. Denn dieser hat nur die Möglichkeit, seinen Käufer positiv zu bewerten, egal wie gut er sich als Käufer benommen hat. Der Verkäufer hingegen kann vom Käufer gleich mehrfach schlecht bewertet werden.

Käuferwillkür macht Verkäufern zu schaffen
Die Bewertung im Detail (Sternchenvergabe in den Disziplinen “Artikel wie beschrieben”, “Kommunikation”, “Versandzeit” und “Versand- und Verpackungskosten”) ist für den Verkäufer nicht nachvollziehbar. Er weiß nicht, wie er vom einzelnen Kunden bewertet wurde. Der Verkäufer ist der Willkür des Käufers ausgesetzt.

“Wie der Frosch in der Sahne”
Der Verkäufer “billigerjakob” (Name geändert) verschickt seine Artikel noch am selben Tag, an dem der Artikel verkauft wird. Auch noch bevor er sein Geld hat. Er geht das Risiko ein, seinem Geld hinterherlaufen zu müssen. Schneller kann der Verkäufer nicht verschicken. Trotzdem wird er vom Käufer nur mit vier Sternen bewertet. Willkür eben.

Wie ungerecht und absolut nicht nachvollziehbar die Sternchenvergabe durch die Käufer ist, belegt auch ein zweites Beispiel. Noch vor einigen Monaten hatte der Verkäufer bei den Versand- und Verpackungskosten nur das reine Porto berechnet. Irgendwann hat er dann diese Kosten erhöht und bekommt seitdem eine bessere Bewertung. Auch an diesem Beispiel zeigt sich, wie das ebay-Bewertungssystem ad absurdum geführt wird.

Nach Alternativen suchen
Auch die Kommunikation wird vom König Kunde bewertet, auch die Genauigkeit der Artikelbeschreibung.

Das Problem an dem Bewertungssystem von ebay ist, dass der Verkäufer sich alles gefallen lassen muss. Sich gegen eine ungerechte Bewertung zur Wehr zu setzen, ist äußerst kompliziert und der Erfolg beinahe aussichtslos.

Die Verkäufer bringen ebay das Geld, ebay lebt von ihnen. Sie bekommen von ebay allerdings eine Ohrfeige nach der anderen. Die Änderung des Bewertungssystems zum 1. September 2009 wird schon gar nicht mehr ernst genommen. “billigerjakob” will nicht mehr Verkäufer bei ebay sein. “Es gibt auch noch andere Auktionsplattformen im Internet.” Recht hat er.

Kostenlose Musik im Internet

November 15, 2008 By: Michel Category: Internet

Kostenpflichtige oder illegale Musikdownloads waren gestern.

Die Gegenwart heißt “Muziic”. Ein kleines Programm, dass man sich kostenlos im Internet herunterladen kann, sorgt für diesen Luxus.

Viel Musik gibt es ja auch bei YouTube zu hören, aber es ist nicht so ganz komfortabel. So kam ein Amerikaner auf die Idee, einen Player zu basteln, der sich ähnlich wie Winamp bedienen lässt. Man muss nur den gewünschten Titel eingeben und schon sucht Muziic nach dem Musikstück und spielt es ab. Für Musikliebhaber, die gerne mal am PC Musik hören, genau das Richtige!

Was weiß das Internet über Sie?

November 11, 2008 By: Michel Category: Internet

Geben Sie mal Ihren Vor- und Nachnamen bei Google ein. Dann versuchen Sie es mit Ihrem vollständigen Namen in Anführungszeichen. Möchten Sie mehr wissen, schauen Sie doch einmal bei der Personensuchmaschine yasni.de vorbei.

Und wissen Sie, dass jetzt, in diesem Augenblick der Betreiber dieser Website weiß, woher Sie kommen, welche IP-Adresse Sie haben und welches Betriebssystem Ihr PC hat? Auf der Internetseite “Datenschutz ist Bürgerrecht” können Sie erfahren, was für Datenspuren Sie hinterlassen.

Wenn Sie durch eine Anfrage bei einer Suchmaschine auf eine bestimmte Website gelangen, weiß der Betreiber in der Regel, welche Suchbegriffe das waren, wie lange Sie sich dort aufgehalten haben, wie spät es war und ob Sie auf der selben Domain noch andere Seiten besucht haben. Jeder Besitzer einer Website kann völlig kostenlos auf derartige Analsyseprogramme zurückgreifen und – wen wundert´s? – Google ist da ganz besonders eifrig.

Das alles ist nicht neu, aber immer aktuell.

Probleme jetzt kostenlos für jedermann

November 06, 2008 By: Michel Category: Internet

Sie haben Langeweile? Ihnen kann man nichts schenken, weil Sie schon alles haben? Das Leben hat für Sie keine Herausforderungen mehr?

Das Internet, unerschöpfliche Quelle für Lebenshilfen aller Art bietet auch hierfür Lösungen. Die Website “Need a problem” ist noch nicht alt und sorgt für Furore im Bereich “noch nie dagewesen”. Sie dient der Bekämpfung der Langeweile und der Schöpfung neuer Herausforderungen. Für wenig oder auch ganz viel Geld kann man Probleme kaufen und sie dann lösen. Wer am meisten Probleme löst, wird in der “Hall of fame” aufgenommen.

Wikipedia war gestern – Uncyclopedia ist heute

November 05, 2008 By: Michel Category: Internet

Die meisten Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich regelmäßig oder manchmal im Internet aufhalten, kennen Wikipedia. Wikipedia ist so eine Art Lexikon. Dort kann man, wenn man etwas wissen möchte, die Lösung nachschlagen. Also so wie Google, dass dann einen Link zu Wikipedia bringt – nur eben einen Klick weniger.

Uncyclopedia ist da anders. Google verlinkt eher selten zu Uncyclopedia. Wenn Sie einen Begriff in Uncyclopedia nachschlagen, wird Ihnen jedoch genauso geholfen, wie bei Wikipedia. Nur eben anders. Wer Wikipedia sagt, muss auch Uncyclopedia sagen. Probieren Sie es aus!

Es ist nicht alles Chrom, was glänzt

September 03, 2008 By: Michel Category: Internet

Die Kollegen Journalisten der etablierten Papier- und Internetpresse überschlagen sich geradezu mit Lobeshymnen über den neuen Browser der Fa. Google. “Chrome” heißt er, doch es ist nicht alles Chrom, was glänzt.

Es ist schon ein bisschen peinlich, wie die Journalie Lobeshymnen gegenseitig abschreibt, vorgefertigte Pressetexte umschreibt und ziemlich unkritisch mit dem Datenschutz umgeht. Der “normale” Internetnutzer, der einfach nur einen “schönen” Browser möchte (das sind die kleinen Programme, mit deren Hilfe man im Internet surft), ist doch mit dem Firefox bestens beraten. Es gibt wirklich nicht einen einzigen Grund, umzusteigen oder sich “Chrome” auf dem Rechner zu installieren. Da wird von Geschwindigkeit geredet. Okay, solange man nur eine Seite geöffnet hat, ist Chrome vielleicht schneller. Versuchen Sie mal, gleich mehrere Seiten in Tabs (Registern) zu öffnen und schon verrostet der Chrom ziemlich schnell. Videos funktionieren ziemlich schlecht und wer “nur” Windows 2000 besitzt, hat sowieso keine Chance.

Die Berichte über “Chrome” auf den ganz großen Seiten im Internet sind unglaublich subjektiv. Spricht man von “Kritik”, muss diese nicht zwangsläufig negativ ausfallen, es fällt aber auf, dass Google die Journalisten gut im Griff hat. Wenn negative Kritik geäußert wird, dann nebenbei und am Schluss. Kaum ein Artikel wird mit den negativen Seiten begonnen. Das Wort “Kritik” erfährt im Zusammenhang mit Google eine völlig neue Bedeutung.

Sind alle Journalisten so blauäugig? Nicht alle. Die Internetausgabe der ZDF-Nachrichtensendung “heute” überschreibt Berichte auch mal mit “Gutmensch Google? Wohl kaum” und weist mit einem klitzekleinen Abschnitt auch auf die Kehrseite der Medaille hin. “Wertet Google jetzt noch die Surf-Gewohnheiten der Chrome-Nutzer aus, ist der Terminus “Datenkrake” durchaus berechtigt. Jeder Chrome-Browser erhält eine eigene Nummer, so lassen sich einzelne Nutzer zurückverfolgen. Aus Googles Sicht ist das notwendig: Die Aktienfirma verdient ihr Geld damit, in dem sie das Nutzerverhalten sammelt, auswertet[...]“

Es muss wohl an der inneren Einstellung zu Google und zum Datenschutz liegen, wie man an die Berichterstattung herangeht. Man wird aber den Eindruck nicht los, dass Google blauäugig für selbstlos gehalten wird und nur zu dem Zweck existiert, Surfern das Leben leichter zu machen.

Wer experimentierfreudig ist, sollte Chrome ruhig ausprobieren. Wer meint, Beinahe-Monopolisten wie Google kann man blind vertrauen, nur zu. Wer meint, Google bräuchte noch mehr Daten über Ihr Surfverhalten und Ihre Suchbegriffe, na gut.

Die Kritiker, die meinen, Microsoft würde schon soviel Daten über uns sammeln, dass das bisschen mehr nichts ausmacht, okay.

Wer mit dem orangen Fuchs zufrieden ist, wollte sich nicht als Versuchskaninchen von Google abschlachten lassen, gerade weil sich der Chrome noch in der Testphase (Beta) befindet. Wer in Foren über den “vollgemüllten Firefox” philosophiert, sollte erst einmal abwarten, wie Chrom sich nach Monaten Dauereinsatz verhält.

Unser wirklichguter Rat: Warten Sie ab und überlassen Sie das Testen unausgereifter “Beta”-Versuchssoftware einfach den Blauäugigen.

It´s cuil, man!

Juli 29, 2008 By: Michel Category: Internet

Seit Jahren dominiert Google den Suchmaschinen-Markt. Seit Jahren macht Google häufig dass, was es will. Mit Kritik kann der Beinahe-Monopolist auch nicht so richtig umgehen und Google-Geschäftspartner beschweren sich über höchst umstrittene Geschäftsmethoden. Die Suchmaschine ist gut – kein Zweifel. Die Datensammlung des Suchers gefährlich und Datenschützer warnen. Man mag von Google halten, was man will. Monopolisten sind jedoch immer schlecht, eben weil sie dann meinen, sich so benehmen zu können, wie Google.

Plötzlich schießt da aber ein Konkurrent aus dem Boden. An den Namen wird man sich genauso gewöhnen, wie an Google. Cuil heißt die neue Kraft am Suchmaschinenhimmel. Cuil spricht man aus wie Cool. Klar, Cuil steckt noch in den Kinderschuhen, laufen kann es aber schon. Beinahe überheblich sprechen die Medien davon, dass Cuil Google nicht das Wasser reichen kann. Naja, Google hat auch etwas kleiner angefangen. Und wenn Google es sich leisten kann, Gegner zu unterschätzen, bitte. Aber wenn man mal zurückdenkt, wie die “Kleinen” gewachsen sind und sich Marktanteile angeeignet haben, David Firefox gegen Goliath Internet Explorer, sind wir alle neugierig auf Cuil.

‘Cuil analyzes the Web, not its users’ ist das Motto von Cuil. Genau dieses Motto grenzt Cuil angenehm von Google ab.

“Spiegel”-Journalisten würden lieber bloggen

Juli 22, 2008 By: Michel Category: Internet

Hey, SPIEGEL, Du buntes Unterhaltungsblättchen. Da habt Ihr Euch ja wieder einen gleistet, mit Eurem Artikel “Beta-Blogger”. Ihr habt den unpolitischen, rechthaberischen, selbstbezogenen und vor allen Dingen unprofessionellen Blöd-Bloggern einen riesigen Gefallen getan. Ihr habt ihnen geradezu in Oberlehrer-Manier gezeigt, wie man einen schlechten Papier-Presse-Artikel schreibt (der dann noch ins Netz gestellt wurde – macht ja nichts). Will man also einen guten Artikel schreiben, muss man nur all die Fehler nicht machen, die Ihr gemacht habt. Und außerdem haben die von Euch erwähnten Blogs durch Euren Artikel einen tollen Besucheransturm erlebt.

Sagt mal, kennt Ihr eigentlich das Wort “Recherche”? Habt Ihr recherchiert, um eure Behauptung “Deutsche Online-Schreiber haben ein Problem entdeckt: sich selbst” belegen zu können? Da schreibt Ihr, den Online-Schreibern fehle es im Vergleich zu den US-Kollegen an Macht und Bedeutung”. Kann ich gar nicht beurteilen, ich hab da ja nicht recherchiert. Und was für Macht und Bedeutung haben eigentlich “die amerikanischen ´Kollegen´”? Und gleich die nächste Frage: Brauchen deutsche Blogger so was? Brauchen sie Beziehungen zur “Macht”, um beim nächsten Auslandstreffen von Merkel oder Steini mitfliegen zu dürfen und abgedroschene Phrasen auf abgedroschene Fragen als Interview verkaufen zu können? Brauchen sie Bedeutung? Wozu?

Sagt mal, kennt Ihr eigentlich das Wort “Recherche”? Habt Ihr recherchiert, um eure Behauptung “Deutsche Online-Schreiber haben ein Problem entdeckt: sich selbst” belegen zu können? Da schreibt Ihr, den Online-Schreibern fehle es im Vergleich zu den US-Kollegen an Macht und Bedeutung”. Kann ich gar nicht beurteilen, ich hab da ja nicht recherchiert. Und was für Macht und Bedeutung haben eigentlich “die amerikanischen ´Kollegen´”? Und gleich die nächste Frage: Brauchen deutsche Blogger so was? Brauchen sie Beziehungen zur “Macht”, um beim nächsten Auslandstreffen von Merkel oder Steini mitfliegen zu dürfen und abgedroschene Phrasen auf abgedroschene Fragen als Interview verkaufen zu können? Brauchen sie Bedeutung? Wozu?

Sie haben keine Abonnenten und keine Anzeigekunden, sie müssen auf niemanden falsche Rücksicht nehmen und sie sind nicht gezwungen, irgendeinem Chefredakteur in den Arsch zu kriechen. Sie müssen ihre Artikel nicht vorzeigen und sie von 230 auf 55 Zeilen kürzen. Sie können ohne Weiteres einen Rechtschreib- und Grammatikfehler nach dem anderen bauen und Sätze mit soviel Wörtern und Satzverschachtelungen entwickeln, dass dem Leser schwindelig wird. Euer Artikel “Die Beta-Blogger” hört sich an, als hättet ihr endgültig die Schnauze voll davon, solche Freiheiten nicht zu haben. Die Beta-Blogger können Euren Frust nachvollziehen. Schließlich müsst ihr ja weiter machen, ob ihr wollt oder nicht, denn Ihr verdient Euer Geld mit Euerem doofen Gesülze. Fairerweise werden die Beta-Blogger sagen, sie verallgemeinern nicht so strak, wir Ihr das macht, denn auch unter Euch gibt es gute Journalisten. Aber denen, die “Beta-Blogger” getextet haben, sollte man noch vor Beendigung ihres Praktikums nahelegen, sich als Werbetexter bei einem Backstein-Hersteller zu bewerben.

Die Blogger müssen übrigens keine “öffentliche Debatte” haben, sie sind eine. Und ja, es stimmt sogar, dass es einige unpolitische Blogs gibt, wobei ich nicht so genau weiß, wann nun “politisch” oder “unpolitisch” ist. Aber wenn ihr die Blogger als “rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell” bezeichnet, dann kann man höchstens “rechthaberisch” gelten lassen, denn “selbstbezogen” sind sie gar nicht. Nur diese Behauptung ist unprofessionell – aber von Euch. Unprofessionell dürfen sie übrigens sein – im Gegensatz zu Euch. Denn einige Eurer Leser erwarten etwas mehr für die paar Euro, die Euere Illustrierte kostet. Blog-Leser kriegen alles für lau. Die Blogger können auch verstehen, das die “Hegemonie der traditionellen Medien” (Mercedes Bunz) durch Blogs ins Wanken geraten kann und Blogs trotzdem überschätzt werden und beides mit dem anderen nicht zu tun hat. Ich glaube, Ihr etablierten Papier-Heinis habt Angst um Euren Arsch, denn auf “Spiegel”, “Stern” und vor allem “Focus” und wie Ihr alle heißt, kann jeder verzichten. Es reichen doch Tagesschau und Internetanschluss, um mit Nachrichten versorgt zu werden, sich eine Meinung zu bilden und mit “Beta-Bloggern” zu diskutieren. Das schöne am Bloggen ist nämlich, dass auf einen Beitrag durchaus zwei Dutzend Meinungen kommen können. Diese können dann auch von allen Lesern gesehen und kommentiert werden. Was bei Euch an Leserbriefen eingeht (gehen eigentlich überhaupt welche ein?), könnt nur Ihr Lesen, außer den zwei, drei wahrscheinlich gekürzten und von Euch ausgewählten Exemplaren, die ihr dann ausdruckt. Euere Auflagen sinken und Blogger empfinden es als ein Riesenkompliment, wenn Ihr ihnen daran indirekt die Schuld gebt. Wieso schreibt ihr eigentlich über die “Beta-Blogger”, wo sie doch “ohne große Bedeutung” sind?

Es mag vielleicht sein, dass die USA-Blogger “am Alleinvertretungsanspruch der Medien” kratzen. Dagegen habt Ihr ihn hier in Deutschland längst verloren. Auf den “Spiegel” kann man übrigens verzichten, auch auf “Stern” und vor allem auf “Focus” und (sorry, Herr Niggemeier) “Bild”. Niemals verzichten möchten wir auf die “Nachdenkseiten” und den “Spiegelfechter”, die Blogs, die Sie ja erwähnen. Ebenso wenig möchten wir auf die anderen guten Blogs verzichten. Und der Vorteil ist, man macht andere Blogs auf seinem eigenen auch noch bekannt. Völlig kostenlos. Beta-Blogger sind eben unabhängig. Die “Beta-Blogger” sind übrigens tierisch froh, dass es in Deutschland keinen Blog wie “Wonkette” gibt – zumindest keinen, der dabei auch noch so richtig erfolgreich wäre. Denn derartigen Mist gibt es bei uns schon. Im Print-Format. Sie haben keine Abonnenten und keine Anzeigekunden, sie müssen auf niemanden falsche Rücksicht nehmen und sie sind nicht gezwungen, irgendeinem Chefredakteur in den Arsch zu kriechen. Sie müssen ihre Artikel nicht vorzeigen und sie von 230 auf 55 Zeilen kürzen. Sie können ohne Weiteres einen Rechtschreib- und Grammatikfehler nach dem anderen bauen und Sätze mit soviel Wörtern und Satzverschachtelungen entwickeln, dass dem Leser schwindelig wird.

Euer Artikel “Die Beta-Blogger” hört sich an, als hättet ihr endgültig die Schnauze voll davon, solche Freiheiten nicht zu haben. Die Beta-Blogger können Euren Frust nachvollziehen. Schließlich müsst ihr ja weiter machen, ob ihr wollt oder nicht, denn Ihr verdient Euer Geld mit Euerem doofen Gesülze. Fairerweise werden die Beta-Blogger sagen, sie verallgemeinern nicht so strak, wir Ihr das macht, denn auch unter Euch gibt es gute Journalisten. Aber denen, die “Beta-Blogger” getextet haben, sollte man noch vor Beendigung ihres Praktikums nahelegen, sich als Werbetexter bei einem Backstein-Hersteller zu bewerben.

Die Blogger müssen übrigens keine “öffentliche Debatte” haben, sie sind eine. Und ja, es stimmt sogar, dass es einige unpolitische Blogs gibt, wobei ich nicht so genau weiß, wann nun “politisch” oder “unpolitisch” ist. Aber wenn ihr die Blogger als “rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell” bezeichnet, dann kann man höchstens “rechthaberisch” gelten lassen, denn “selbstbezogen” sind sie gar nicht. Nur diese Behauptung ist unprofessionell – aber von Euch. Unprofessionell dürfen sie übrigens sein – im Gegensatz zu Euch. Denn einige Eurer Leser erwarten etwas mehr für die paar Euro, die Euere Illustrierte kostet. Blog-Leser kriegen alles für lau. Die Blogger können auch verstehen, das die “Hegemonie der traditionellen Medien” (Mercedes Bunz) durch Blogs ins Wanken geraten kann und Blogs trotzdem überschätzt werden und beides mit dem anderen nicht zu tun hat.

Ich glaube, Ihr etablierten Papier-Heinis habt Angst um Euren Arsch, denn auf “Spiegel”, “Stern” und vor allem “Focus” und wie Ihr alle heißt, kann jeder verzichten. Es reichen doch Tagesschau und Internetanschluss, um mit Nachrichten versorgt zu werden, sich eine Meinung zu bilden und mit “Beta-Bloggern” zu diskutieren. Das schöne am Bloggen ist nämlich, dass auf einen Beitrag durchaus zwei Dutzend Meinungen kommen können. Diese können dann auch von allen Lesern gesehen und kommentiert werden. Was bei Euch an Leserbriefen eingeht (gehen eigentlich überhaupt welche ein?), könnt nur Ihr Lesen, außer den zwei, drei wahrscheinlich gekürzten und von Euch ausgewählten Exemplaren, die ihr dann ausdruckt. Euere Auflagen sinken und Blogger empfinden es als ein Riesenkompliment, wenn Ihr ihnen daran indirekt die Schuld gebt. Wieso schreibt ihr eigentlich über die “Beta-Blogger”, wo sie doch “ohne große Bedeutung” sind?

Es mag vielleicht sein, dass die USA-Blogger “am Alleinvertretungsanspruch der Medien” kratzen. Dagegen habt Ihr ihn hier in Deutschland längst verloren. Auf den “Spiegel” kann man übrigens verzichten, auch auf “Stern” und vor allem auf “Focus” und (sorry, Herr Niggemeier) “Bild”. Niemals verzichten möchten wir auf die “Nachdenkseiten” und den “Spiegelfechter”, die Blogs, die Sie ja erwähnen. Ebenso wenig möchten wir auf die anderen guten Blogs verzichten. Und der Vorteil ist, man macht andere Blogs auf seinem eigenen auch noch bekannt. Völlig kostenlos. Beta-Blogger sind eben unabhängig.

Die “Beta-Blogger” sind übrigens tierisch froh, dass es in Deutschland keinen Blog wie “Wonkette” gibt – zumindest keinen, der dabei auch noch so richtig erfolgreich wäre. Denn derartigen Mist gibt es bei uns schon. Im Print-Format.

Beinahe GAU im Internet

Juli 10, 2008 By: Michel Category: Internet

Eine Sicherheitslücke im Internet hätte böse enden können, wäre sie nicht durch Zufall entdeckt worden. Spezialisten sprechen sogar von einem “Internet-GAU”.

Zur Erklärung: Nehmen wir einmal an, die Telefonnummern eines Telefonbuches kämen mit den ihnen zugeordneten Namen durcheinander. Das gäbe ein ganz schönes Chaos. Im Internet ist es so, dass Adressen, die sogenannten URLs der Internetseiten (z.B. www.wirklichgutes.de) einer ganz bestimmten “IP-Adresse” (vergleichbar mit einer Telefonnummer) zugeordnet sind. Eine zufällig entdeckte Sicherheitslücke hätte es möglich gemacht, eben diese Zuordnung völlig durcheinander zu bringen. Sie hätten beispielsweise die URL www.google.de eingegeben und wären auf einer Seite gelandet, die Bastelanleitungen für Bomben bringt. Und schon hätte es eine Onlinedurchsunchung gegeben…

In noch schlimmeren Fällen hätten Hacker ihr Konto geplündert, E-Mails abgefangen und auch Netze von Behörden und Universitäten wären angreifbar gewesen.

Entdecker dieser Sicherheitslücke war Dan Kaminsky, der klammheimlich große Hard- und Softwareunternehmen benachrichtigte, die ihrerseits wiederum Herscharen von Forschern aus der ganzen Welt rekrutierten, um das Leck zu schließen.

Jetzt soll wieder alles gut sein, es ist nichts passiert, weil es ja sonst keiner bemerkt hat. Und was lernen wir daraus? Nichts auf der Welt ist so sicher, wie es scheint (außer Atomkraftwerken natürlich).

Ihre Krankenakte im Internet

Mai 20, 2008 By: Michel Category: Internet

Wie sicher wäre Online-Banking ohne PIN-TAN oder die anderen Sicherheitsverfahren? Wie sicher ist ein 2000,- Euro High-Tech-Fahrrad nachts am Bahnhof, abgeschlossen mit einem Zahlenschloss? Google hätte Ihre Krankenakte gerne im Internet.

Google hat seinen neuen Gesundheitsdienst Google Health gestartet. Wer sich dort (kostenlos) anmeldet, kann dort seine Krankengeschichte mit allen Vorerkrankungen eingeben. Ebenso können Medikamentseinnahmen und Allergien gespeichert werden. Den Missbrauch der Daten schließt Google aus, die Daten seinen schließlich geschützt.

Die Bundesärztekammer indes sieht die elektronischen Patientenakten kritisch und Sicherheitsexperten warnen vor unzureichendem Datenschutz. Aber wie sicher ist der Datenschutz durch Benutzername und Kennwort wirklich?

Naja, ungefähr so sicher wie das Zahlenschloss am Fahrrad.