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Einzig seriöses, elektronisches Magazin zur Verbreitung von Nachrichten, Meinungen und Unverzichtbarem (EMVNMU), dem 50 Wörter-Krimi und (Vorsicht!) Satire.
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Billiger tanken am Dienstagmorgen

März 31, 2010 By: Michel Category: Geld

Auf meinem Weg zur Arbeit fahre ich zuerst an einer freien Tankstelle vorbei. Drei Kilometer später an einer Shell-Tankstelle. Auf dem Rückweg abends das Ganze noch einmal in umgekehrter Reihenfolge. Jeder Weg ungefähr 220mal im Jahr. Und es bietet sich fast immer das gleiche Bild. Shell hebt den Preis extrem überteuert an, die freie Tankstelle zieht mit etwas Verzögerung nach, bleibt aber dennoch ein bis zwei Cent unter dem „Niveau“ von Shell. Manchmal zieht die freie Tankstelle aber auch nicht mit und ist dann den ganzen Tag völlig überlaufen, weil bei Shell nur noch Zigaretten gekauft werden. Für mich seht fest: Shell ist der größte Preistreiber. Es hat Tage gegeben, das wurde der Preis um satte zehn Cent angehoben. Das muss man sich mal vorstellen – zwanzig Pfennig…

Ich tanke schon seit Jahren nicht mehr bei Shell. Und auch nicht bei Aral, BP oder wie sie sonst noch alle heißen. Dabei geht es hauptsächlich ums Prinzip. Wenn drei Kilometer weiter eine freie Tankstelle ist, werde ich nicht bei diesen Preistreibern tanken. Als Nebeneffekt spare ich natürlich auch etwas Geld.

Wer die Tankstellen auf dem Weg zur Arbeit genau beobachtet, stellt folgendes fest: Der beste Tag zum Tanken ist entweder der Montagabend oder Dienstagmorgen. Anschließend ziehen die Preise wieder an, steigen kontinuierlich bis zum Wochenende. Bis sie Anfang der Woche wieder sinken.
Und auch in diesem Jahr vor den Ferien werden die Preise wieder erhöht. Und es liegt wieder am Ölpreis, oder am Euro oder an den Beschaffungskosten…

Bundespräsident Horst Köhler und der Benzinpreis

März 23, 2010 By: Michel Category: Geld

Autos machen DreckEr weiß, was er tut. Unser Bundespräsident, Horst Köhler, provoziert Diskussionen. Genau das wollte er erreichen. Und genau das hat er geschafft. Dem Magazin „Focus“ sagte er in einem Interview: „ […] Wir sollten zum Beispiel darüber nachdenken, ob der Preis von Benzin nicht tendenziell höher als tendenziell niedriger sein sollte. Das Preissignal ist immer noch das stärkste Signal, damit Menschen ihr Verhalten ändern […].

Richtig lesen! Natürlich erntet Horst Köhler viel Kritik dafür. Der „Stern“ nennt es „mediale Schnellschüsse“. Über ebenso qualitativ hochwertige Kommentare der Zeitung mit den vielen bunten Bildern muss man gar nicht reden. Man kann es sich vorstellen, was dort geschrieben steht. Dabei hat Köhler nur gefragt.
Köhler hat kein Wort darüber verloren, den Benzinpreis zu erhöhen. Er hat zum Nachdenken angeregt. Leider ist es in den Medien immer noch sehr verbreitet, quer zu lesen, oder sogar Tatsachen zu verdrehen. Der Blog „Roadrunner“ schreibt beispielsweise: „[…] Und gerade jetzt kommt Horst Köhler mit seiner Forderung der Erhöhung der Benzinpreise […]“ Das stimmt einfach nicht. Hat er nicht. Er hat gesagt, dass wir über den Benzinpreis nachdenken sollen. Wenn er gesagt hätte: „Wir sollten über die Halbierung des Benzinpreises nachdenken“, wäre er bestimmt von den allermeisten gelobt worden. Allerdings würde ein derartiger Populismus wohl kaum von unserem Bundespräsidenten kommen.

Dann diskutiert auch! Über den Benzinpreis nachzudenken, ist eine gute Sache. Schon 1998 dachten die Grünen laut über den Benzinpreis nach (5 Mark…). Und wurden ausgebuht. Horst Köhler wärmt diese Diskussion jedoch nicht neu auf, sondern stellt zur Diskussion.
Wenn allerdings in Deutschland die Ausdrücke „Benzinpreis“ und „höher“ gemeinsam in einem Satz genannt werden, wird man nervös. Benzin ist für den Deutschen ein Stück Freiheit. Das will er sich nicht nehmen lassen. Und dann fängt unser Bundespräsident plötzlich eine Diskussion an. Und man könnte endlos darüber diskutieren. Beispielsweise darüber, dass die Reise von Frankfurt nach Berlin (Einzelperson) mit dem Flugzeug wesentlich billiger ist, als mit dem Auto. Man müsste darüber reden, dass das Flugzeug wesentlich mehr Dreck macht, als das Auto. Man müsste über die Beinahe-Monopolstellungen der Mineralölindustrie reden. Über den Ausbau des ÖPNV. Über diejenigen, die beruflich keinerlei Alternative zum PKW haben.
Der deutsche Autofahrer ist Kummer gewohnt. Hohe Spritpreise sowieso. Dass der Benzinpreis in den letzten Jahren so stark gestiegen ist, ist nicht alleine dem Ergebnis aus Angebot und Nachfrage zu verdanken. Er wurde durch die Regierung, durch die Ökosteuer, erheblich angehoben. Selbstverständlich herrscht auch heute noch eine riesige Aufregung darüber. Merkwürdig, dass es die Automobilindustrie im selben Zeitraum möglich machte, dass Autos weniger verbrauchen und weniger Schadstoffe ausstoßen…

Mit Geld fängt man… Meint der Herr Bundespräsident etwa, dass die Anhebung des Benzinpreises die Autoindustrie zum Umdenken zwingen würde? Und wäre das so schlimm? Meint er vielleicht, dass nur die Rede vom Umweltschutz zu wenig ist? Meint er vielleicht, dass Geld die (beinahe) einzige „Waffe“ zur Verteidigung der Umwelt ist?

Ich wünsche mir von unserem Bundespräsidenten viel mehr von diesen Denkanstößen.

Liebes Bundeskartellamt,

April 02, 2009 By: Michel Category: Deutschland

kurz vor Ostern konnten wir Autofahrer das gleiche Spielchen beobachten, wie jedes Jahr zu den Ferien. Die Benzinpreise zogen merklich an. Und wie in jedem Jahr gab es wieder eine Begründung der Mineralölindustrie. Diesmal würfelte man “Gestiegene Beschaffungskosten” als Begründung aus. Zu Pfingsten wird es dann wohl wieder der gestiegene Ölpreis sein.

Wie kann es aber sein, dass Karfreitag so plötzlich die Beschaffungspreise steigen, so dass der Spritpreis in null Komma nichts um fast 10 Cent steigt? Und wie kann es dann sein, dass er am Dienstag nach Ostern wieder um mehr als die Preiserhöhung fällt?

Liebes Bundeskartellamt, merkt ihr denn gar nichts? Oder ist das immer noch nicht auffällig genug? Ach übrigens: Böse Zungen behaupten, dem Staat wäre es ja recht, wenn der Benzinpreis steigt, weil dann auch die Steuereinnahmen steigen. Ob diese Zungen die Wahrheit sprechen?

Aber wir Autofahrer wissen ja, ihr lasst Euch nicht verarschen. Verarschen lassen nur wir uns, wir Autofahrer.

Schönen Tag noch!

Tanken Sie doch woanders!

August 23, 2008 By: Michel Category: Geld

Es gibt tatsächlich noch Länder, in denen ein Liter Super mehr kostet, als in Deutschland. In mehr als 95% unserer Länderliste kostet es allerdings weniger. Falls Sie Deutschland in der Tabelle suchen: Platz 106 von 110. Interessant ist auch der Rang in den USA. Mit 0,70 Euro liegen die Amis im oberen Drittel der Tabelle, gehören also zu den TOP-40 der Billigen. Aber jammern können sie auf hohem Niveau, da sind sie noch besser, als die Deutschen.
Die Preise entsprechen in etwa dem Stand vom 24.06.2008 – auf einen Cent kommt es ja sowieso nicht an. Aber wenn Sie diesen Artikel in 10 Jahren lesen, werden Sie über die paradiesischen Preise damals 2008 schmunzeln.

1 Venezuela 0,05 €
2 Swasiland 0,10 €
3 Färöer 0,11 €
4 Saudi-Arabien 0,11 €
5 Libysch-Arabische Dschamahirija 0,14 €
6 Katar 0,15 €
7 Kuwait 0,18 €
8 Algerien 0,22 €
9 Äthiopien 0,24 €
10 Bolivien 0,25 €
11 Ägypten 0,27 €
12 Brunei Darussalam 0,27 €
13 Vereinigte Arabische Emirate 0,28 €
14 Trinidad und Tobago 0,33 €
15 Ecuador 0,36 €
16 Bahrain 0,43 €
17 Indonesien 0,46 €
18 Syrien 0,49 €
19 Grönland 0,50 €
20 Malaysia 0,53 €
21 Argentinien 0,55 €
22 Aserbaidschan 0,56 €
23 Mexiko 0,56 €
24 Kasachstan 0,58 €
25 Vietnam 0,59 €
26 Irak 0,60 €
27 Russische Föderation 0,64 €
28 Australien 0,68 €
29 Taiwan 0,69 €
30 Tunesien 0,69 €
31 Äquatorialguinea 0,70 €
32 USA 0,70 €
33 Weissrussland 0,71 €
34 Philippinen 0,72 €
35 Brasilien 0,74 €
36 Moldau 0,75 €
37 Armenien 0,78 €
38 Paraguay 0,78 €
39 Namibia 0,79 €
40 Südafrika 0,79 €
41 Gibraltar 0,82 €
42 Ukraine 0,82 €
43 Malawi 0,83 €
44 Kanada 0,86 €
45 Kolumbien 0,86 €
46 Amerikanisch Samoa 0,87 €
47 Dominikanische Republik 0,88 €
48 Georgien 0,89 €
49 Thailand 0,89 €
50 Aruba 0,92 €
51 Chile 0,94 €
52 Costa Rica 0,94 €
53 Mauritius 0,96 €
54 Neuseeland 0,98 €
55 Jordanien 0,99 €
56 Bosnien und Herzegowina 1,00 €
57 Singapur 1,01 €
58 Lettland 1,02 €
59 Sri Lanka 1,02 €
60 Israel 1,05 €
61 Malta 1,05 €
62 Japan 1,08 €
63 Uruguay 1,08 €
64 Rumänien 1,10 €
65 Salomonen 1,11 €
66 Andorra 1,12 €
67 Litauen 1,12 €
68 Niederländische Antillen 1,12 €
69 Senegal 1,12 €
70 Zypern 1,13 €
71 Estland 1,15 €
72 Kroatien 1,15 €
73 Spanien 1,15 €
74 Usbekistan 1,15 €
75 Griechenland 1,16 €
76 Mazedonien 1,16 €
77 Schweiz 1,19 €
78 Slowenien 1,19 €
79 Bulgarien 1,20 €
80 Albanien 1,23 €
81 Ungarn 1,23 €
82 Serbien und Montenegro 1,24 €
83 Slowakei 1,25 €
84 Hongkong 1,27 €
85 Irland 1,27 €
86 Luxemburg 1,27 €
87 Österreich 1,28 €
88 Tschechische Republik 1,28 €
89

Afghanistan
1,30 €
90

Polen
1,32 €
91 Fidschi 1,34 €
92 Martinique 1,35 €
93 Portugal 1,35 €
94 Tuvalu 1,35 €
95 Monaco 1,37 €
96 Island 1,40 €
97 Guadeloupe 1,42 €
98 Schweden 1,42 €
99 Belgien 1,43 €
100 Frankreich 1,44 €
101 Gabun 1,44 €
102 Reunion 1,44 €
103 England 1,47 €
104 Dänemark 1,50 €
105 Italien 1,50 €
106 Deutschland 1,51 €
107 Finnland 1,51 €
108 Niederlande 1,60 €
109 Norwegen 1,67 €
110 Türkei 1,73 €

“Der Wille des Bürgers wird nicht ernst genommen”

Juli 07, 2008 By: Michel Category: Deutschland

Horst Köhlers Forderungen nach neuen Reformen führen zu mehr Politikverdrossenheit, kritisierte NRW-CDU-Ministerpräsident Rüttgers im “Spiegel”. Der Verfassungsrechtler Hermann von Arnim hingegen erklärte in einem Interview mit der RP, dass die gegenseitigen Blockaden der Parteien in Hessen zu einer Ursache für die zunehmende Politikverdrossenheit in Deutschland führe. Alles Blödsinn. In politischen Reden wird nicht selten viel heiße Luft und noch mehr vor Rhetorik triefende Polemik verbreitet. So wirklich auf den Punkt bringt es erstaunlicherweise Lothar Bisky von den viel gescholtenen “Linken”. Er führt die Politikverdrossenheit darauf zurück, dass der Wille der Bürger nicht ernst genommen werde, weder im Bundestag, noch im Landtag. Dort werde den Leuten viel vorgegaukelt und es seien vor allem die Rechten, die davon profitierten. Ob die Linken es besser machen würden, bleibt offen, aber wer kann solchen Thesen widersprechen? Bisky trift den Nagel mit voller Wucht auf den Kopf. Oder doch nicht? Beim “Durchschnittsbürger” ist es das Geld, was fehlt. Es fehlt aber auch beim Mittelstand. Hauptgrund für das fehlende Geld sind die hohen Abgaben und die explodierenden Energiekosten.
Den Bürger plagen außer dem Geldmangel und der hohen Steuerlast auch noch die Sorge über “eins ist sischer, die Rente”, die steigenden Ausgaben für die Erhaltung der Gesundheit und mehr. Der Bürger als Autofahrer hat zudem noch das Gefühl, dass nachgetreten wird. Trotz der hohen Benzinpreise wird die Pendlerpauschale gekürzt und in der Diskussion, ob sie wieder eingeführt werden soll, erkennt niemand, dass man mit 30 Cent pro Kilometer einfacher Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsstätte längst nicht mehr auskommt. Viele würden liebend gerne das Auto abschaffen, es geht aber nicht, wenn sie aus ländlichem Raum zur Arbeitsstätte fahren und die Arbeitszeiten mit dem Bus- oder Bahnnetz nicht harmonieren.
Da sind die 25 Euro, die den Kassenpatienten eine dicke Erkältung kostet, weil er für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und dem Privatrezept für Medikamente, die die Krankenkasse nicht übernimmt, und der 10 Euro Praxisgebühr wieder geschröpft wird. Da sind die saftigen Beiträge zur Rentenversicherung, die im Alter zu einer Rente führen, die vorne und hinten nicht ausreicht.
Es ist dem Bürger auch nicht zu vermitteln, dass die Politik schuldlos ist, wenn die Lebensmittelpreise stark steigen, von den Strom- Öl- und Gaspreisen ganz zu schweigen. Keiner versteht, warum über eine lächerliche Kindergelderhöhung von höchstens 10 Euro monatelang diskutiert wird und Finanzminister Steinbrück auch noch Sorgen hat, manch Familienvater würde diese Erhöhung in Bier und Zigaretten investieren.
Es ist dem Bürger auch nicht zu vermitteln, wieso der Bundestag versucht hat, seine eigenen Diäten großzügig zu erhöhen. Auch wenn es nur beim Versuch geblieben ist, bleibt dieser in den Köpfen der Wählerinnen und Wähler lange haften.
Gewiss ist zu begrüßen, dass in absehbarer Zeit der Bundeshaushalt ausgeglichen sein könnte. Wenn dafür aber der Steuerzahler völlig überschuldet ist, weil ihn die Kosten für den Lebensunterhalt und die hohen Steuern finanziell auffressen, ist das Gleichgewicht empfindlich gestört. Dem Staat geht es gut und den Wählern schlecht.
Politikverdrossenheit entsteht natürlich dadurch, dass der Wille des Bürgers nicht ernst genommen wird. Sie entsteht aber erst recht, wenn dem Steuerzahler und den kleinen und mittelständigen Unternehmen immer mehr zugemutet wird, während sich der Staat mehr und mehr aus der Verantwortung zieht.
Keiner Partei wird es gelingen, die Politikverdrossenheit bis zur Bundestagswahl 2009 zu beseitigen oder zu vermindern. Es ist zu spät. Diese Wahl wird für die etablierten Parteien ein Fiasko werden und die Linken werden jubeln. Hoffentlich hat Bisky unrecht damit, wenn er behauptet, dass vor allem die Rechten von der Politikverdrossenheit profitieren.
Ach übrigens, Herr Bisky, ob Ihr Programm denn wohl Wille des Bürgers ist?

Benzinpreis fällt, aber nicht lange. Wetten dass…?

Mai 13, 2008 By: Michel Category: Geld

Einen Tag nach Pfingsten sind heute die Benzinpreise wieder gefallen – um etwa 7 cent pro Liter. Der Grund ist offensichtlich, aber niemals würden die Mineralölkonzerne das zugeben. In der Woche vor Pfingsten stieg der Preis auf ein Rekordniveau.

Man war bemüht, die Preissteigerung mit fadenscheinigen Argumenten zu begründen. Wie immer, wenn Ostern, Pfingsten oder Schulferien vor der Tür stehen. Jetzt ist Pfingsten vorbei, das Benzin wird billiger. Aber bald beginnen ja die Sommerferien und dann geht es wieder bergauf. Wetten dass…?