Dass nicht alle Politiker einer Meinung sind, ist hinlänglich bekannt. Wenn es aber innerhalb einer Partei oder Koalition komplett unterschiedliche Meinungen gibt, freut das nicht nur den politischen Gegner. Es ist nicht unbedingt Schadenfreude, die den Bürger überkommt, wenn er das Hickhack innerhalb der Regierungskoalition beobachtet. Manche finden es nicht einmal amüsant, sondern extrem nervig, weil die von uns bezahlten Politiker sich einfach nicht einig werden, wie die Gesundheitsreform eigentlich reformiert werden soll.
Während die CDU gerne die so genannte Kopfpauschale einführen will, verspricht CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin, „dass in dieser Legislaturperiode keine Kopfpauschale kommen könne“. Der Bundesgesundheitsminister Rösler kommt ja von der FDP. Die wollen das sowieso. Heute, am 24.2.2010 will das Kabinett die Reform der Reform auf den Weg bringen. Aber ohne die CSU. Ich bin gespannt, ob die CSU einknickt.
Ein Ziel der Umstellung auf die Kopfpauschale ist die Abkoppelung der Sozialbeiträge von den Lohnnebenkosten. Mit anderen Worten: Wenn die Beiträge des Arbeitnehmers zur Krankenversicherung steigen, sollen nicht auch automatisch die Lohnnebenkosten des Arbeitgebers steigen.
Die Opposition sieht die Kopfpauschale als unsozial an, weil ein Einkommensschwacher genauso viel Beitrag bezahlen müsste, wie ein Spitzenverdiener.
Die Befürworter stellen für diesen Fall Steuererleichterungen in Aussicht. Da stelle ich mir jetzt mal eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern vor, wo der Vater 18.000 Euro brutto im Jahr nach Hause bringt. Der zahlt nämlich gar keine Steuern. Wie soll der eigentlich etwas absetzen? Da steht auf der anderen Seite der Geschäftsführer, der über 70.000 Euro brutto verdient, ebenfalls verheiratet und zwei Kinder hat. Er wird genauso viel bezahlen.
Bei der Kopfpauschale will die Regierung das Solidarprinzip des Gesundheitssystems auf den Kopf stellen. Vermutlich hat die Kopfpauschale ihren Namen daher. Sie will langfristig weg von der GKV.
Wird durch die Kopfpauschale alles besser?